Raffaela Bielesch. Ja, ist noch da ... mit Körper!

Performance

Im Rahmen der Ausstellung Raffaela Bielesch. Ja, ist noch da!

Live: 12.03., 16:00 und 16:45 Uhr
im Ausstellungsraum der Akademie der bildenden Künste Wien

Im Zentrum der Ausstellung Ja, ist noch da! von Raffaela Bielesch steht die Fotografie eines alten Setzkastens. Anhand dieses unzeitgemäßen Objekts ging die Künstlerin den Fragen nach, welche Auswahlkriterien dazu führen, dass wir bestimmte Dinge aufbewahren und uns von anderen trennen. Welche Aufbewahrungsmechanismen verwenden wir und was verraten diese über das eigene Selbstbild? Anlässlich der Finissage ihrer Präsentation nutzt Raffaela Bielesch die Schaufenster des Raumes als Ort einer performativen Aktivierung ihrer Ausstellung. Die einzelnen Fenster können dabei in Analogie zu den einzelnen Fächern des Setzkastens gesehen werden. Durch die Tatsache, dass die Performance nur von der Straße aus beobachtet werden kann, wird die Spannung zwischen dem Bewahren und dem Loslassen, zwischen direktem Objektbezug und dessen Unmöglichkeit in eine räumliche Situation übersetzt. Das unterstreicht nicht zuletzt den Moment des auf die Dingwelt gerichteten Begehrens, den Raffaela Bielesch in ihren Arbeiten nachging. Angesichts der aktuellen Lage kann diese räumliche Situation aber auch als Kommentar auf die Sehnsucht nach einem direkten, „körperlichen“ Kunsterleben und dessen Verunmöglichung in pandemischen Zeiten gelesen werden.

At the center of Raffaela Bielesch’s exhibition Yes, still available! is a photograph of an old letter case. Using this outmoded object, the artist explored the questions of which selection criteria lead us to keep certain things and separate ourselves from others. What storage mechanisms do we use and what do they reveal about our own self-image? On the occasion of the finissage of her presentation Raffaela Bielesch uses the windows of the room as a place for a performative activation of her exhibition. The individual windows can be seen in analogy to the individual compartments of the letter case. Due to the fact that the performance can only be observed from the street, the tension between keeping and letting go, between direct object reference and its impossibility is translated into a spatial situation. This underlines not least the moment of desire directed at the world of things, which Raffaela Bielesch pursued in her works. In view of the current situation, however, this spatial situation can also be read as a commentary on the longing for a direct, „physical“ experience of art and its impossibility in pandemic times.

Nähere Informationen / More information: https://bit.ly/3rslE1u

Abb. / Ill.: © Raffaela Bielesch