IBK – Institut für bildende Kunst
Fachbereich Abstrakte Malerei

 

Irene Gellein

Wir brauchen den korrekten Titel, sonst ist die Form ja sinnlos

Ich male figurativ und abstrakt, wobei ich meine Bildwerke vorzugsweise in Kombination mit Skulpturen, Sound und gelegentlich auch Videoarbeiten präsentiere.

Das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Komponenten begreife ich als Bühnensetting, das zur Reflexion über unser Verhältnis zum menschlichen Körper, zur Landschaft, zu Mythen und zum Alltag einlädt. Die Darstellung bzw. „Aufführung“ folgt dabei nicht einer in sich geschlossenen Erzählung, sondern entspringt vielmehr einem fragmentarischen Erleben unterschiedlichster Ereignisse. Mein künstlerischer Ansatz folgt der Intuition und dem Zufall. Ich spiele gerne mit unterschiedlichen Ästhetiken, mitunter auch dem Schrecklichen und Geschmacklosen. Gleichzeitig versuche ich, etwas zu kreieren, das meinen Eindruck von der Gegenwart widerspiegelt.

Der Prozess selbst wird zum zentralen Moment meiner künstlerischen Arbeit. Ich versuche zu verstehen, was ich tue, indem ich es tue. Ich arbeite mit und gegen meinen eigenen ästhetischen Sinn, was oft zu mehrdeutigen Ergebnissen führt. In meiner Arbeit gibt es eine Kollision von alltäglichen Beobachtungen, intuitiven Gesten, Träumen oder Reflexionen. Insgesamt entsteht eine Mischung aus Referenzen auf andere Kunstformen und Inspirationen, die ich aus der Kunstgeschichte schöpfe. Auf diese Weise versuche ich zeitgenössische Trends in Frage zu stellen. Die Band Throbbing Gristle, die Schriftstellerin Kathy Acker und Geräuschmusik wie die von Whitehouse oder The Gerogerigegege sind wichtige Referenzen für mich. Sie alle praktizieren eine Freiheit, die unkonventionelle Bereiche betreten lassen, von denen ich fasziniert bin.

irene.gellein.com

Foto © eSel – Joanna Pianka

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