IKL – Institut für das künstlerische Lehramt

Nina Kellner

UnTragbar

Ist Kleidung, so wie sie gegenwärtig im 21. Jahrhundert global produziert wird, überhaupt noch tragbar?

Diese Arbeit verknüpft zwei Ebenen miteinander, die künstlerische Arbeit „changeant“ und eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fast Fashion, fokussierend auf das, was für viele Konsument_innen immer unsichtbar bleibt.

Als Fallbeispiel wurden die Textilbedingungen in Bangladesch ausgewählt. Die Annäherung an den Begriff des Wertes sowie Fragen von Lohn und den Preis, den Konsument_innen bezahlen, standen hier im Zentrum der Auseinandersetzung.

Die Arbeit ist in drei Kapitel gegliedert:
Das erste Kapitel liefert einen Überblick über das ausgewählte Forschungsfeld. Bei der Beantwortung der Fragen nach Produktionsweisen, Arbeitsbedingungen und Auswirkungen auf Mensch und Umwelt werden Akteure_innen, Arbeitsbedingungen und die aktuelle Situation der Fast Fashion Industrie anhand von anthropologischen und soziologischen Forschungen zu Ökonomie beschrieben.

Der zweite Teil geht auf die künstlerische Auseinandersetzung dazu ein. Unter dem Titel „changeant“ findet ein textiles Installationsobjekt seine Verkörperung. Dazu dient der Monatslohn einer Näherin aus Bangladesch. Dieser wird in seiner Summe äquivalent dazu in Form von gewalzten Cent-Münzen zu einem Kleid genäht. Hier wird folglich auch ein Bezug zu dem Thema Wert hergestellt, der mit Hilfe von sozialtheoretischen und kapitalismuskritischen Ansätzen beschrieben wird.

Im dritten Teil werden die Auswirkungen der globalen Textilindustrie auf die Umwelt und die Menschen untersucht und das Fazit resümiert, welchen Beitrag diese Auseinandersetzung zu einer kritischen Kunst und Kunstvermittlung, unter Einbezug der Disziplinen Anthropologie und Soziologie, leistet.

Foto © Nina Kellner

 

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