Fabian Buxhofer

Mnemoscape: Landschaft als kollektives Gedächtnis / Mnemoscape: Landscape as Collective Memory

Das Projekt Mnemoscape: Landschaft als kollektives Gedächtnis untersucht die mitteleuropäische Erinnerungskultur an den Massenmord und Holocaust des NS-Terrors und die Bedeutung von Landschaft im Prozess des kollektiven Erinnerns. Welche Rolle kann die Erfahrung von Landschaften in einer zukünftigen Repräsentation des NS-Terrors haben? Was können wir durch die Erfahrung dieser Landschaften und deren Repräsentation über die Vergangenheit erfahren?

Das Projekt untersucht das Verhältnis und die Konstruktion des ‚menschlichen Körpers‘ und der ‚Landschaft‘ in einer Erinnerungskultur an den Holocaust als einen un-begreiflichen Angriff auf den menschlichen Körper. ‚Vernichtung durch Arbeit‘ bedeutete, Körper durch die Formung von Landschaften zu erodieren. Diese Landschaften können daher nicht mehr nur als ‚räumliche Eigenschaft‘ von anwesenden Körpern, sondern können auch als ‚körperliche Eigenschaft‘ von abwesenden Körpern verstanden werden. Dadurch wird das Verständnis von Körper als Figur überwunden und macht die Landschaft mittels Projektion und Empathie als kollektives Gedächtnis zugänglich.

Die theoretische Analyse von kollektivem Erinnern als kulturelle, politische, künstlerische und räumliche Praxis bildet die Grundlage um den performativen Effekt von ‚Erinnern‘ in einer individuellen, körperlichen Erfahrung in der Landschaft zu erforschen. Ortsbezogene ‚Inter-Ventionen‘ im Raum Melk sollen die Landschaft als kollektives Gedächtnis und als ‚Eigenschaft von abwesenden Körpern‘ aktivieren.

The project Mnemoscape: Landscape as Collective Memory enquires about middle-European practice of remembrance regarding the mass-murder, genocide and Holocaust of the NS-terror and makes a statement about the role of landscapes in the process of collective memory. What role can a landscape and its experience have in a future representation of the NS-terror? How can we re-engage with the past through this experience and its representation?

The project investigates the relation and conceptual construction of ‘human body’ and ‘landscape’ specifically in remembering the Holocaust as an incomprehensible bio-political terror on the human body. ‘Extermination through work’ meant eroding bodies by shaping landscapes. In that sense, these landscapes are not only spatial property of a present body anymore, but can also be seen as property of absent bodies, promoting a body-concept which goes beyond the idea of a figure and making these landscapes accessible through projection and empathy.

The theoretical analysis of remembrance as a cultural, political, artistic and spatial practice is the background on which the performative impact of remembering as an individual, bodily experience is explored. Site-specific Inter-Ventions in the region of Melk activate the landscape and its ecological conditions as collective memory and as ‘property of absent bodies’.

Abb. / Ill.: © Fabian Buxhofer

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