Clara Fickl

Die Arbeit setzt sich mit dem Thema Badekultur auseinander. Ein multisensorisches, körperliches Erlebnis, dass die Menschheit seit jeher – auf die eine oder andere Weise – begleitet. Öffentliche Badekultur erzählt viel über Gemeinschaft, dem kollektiven Umgang mit Nacktheit und Körperlichkeit, über Ressourcen und Kultur. Seit warmes Wasser und komfortable Bademöglichkeiten in den meisten Wohnungen standard sind, lässt sich beobachten, dass öffentliches Baden einen geringeren Stellenwert hat. Deswegen steht am Anfang meiner Arbeit die Frage, welche kulturellen, sozialen und rituellen Aspekte des Badens weiterbelebt werden sollten. Wie kann sich eine Badekultur in eine Stadt und Gesellschaft der Zukunft einbinden?

Die Vorgehensweise des Projekts beinhaltet eine Analyse des zentralen Themas, Wasser. Durch Videos, Fotos und virtuellen Partikel-Animationen nähert sich das Projekt den Eigenschaften dieser Materie und verfolgt gleichzeitig den Weg des wiener Leitungswassers, von dem Quellschutzgebiet, über Wasserdepots, durch wiener Haushalte und Körper hin zu der Kläranlage in Simmering und später der Donau. Es wird festgestellt, dass das Verständnis eines konstantem Prozesses nötig ist, wenn es zu dem Thema Wasser kommt.

Die Beobachtungen des Wassers und seiner Eigenschaft die Welt, verstanden als alle vorhandenen Organismen, zu verbinden, werden verwendet, um einen architektonischen Entwurf zu informieren. Ein Badehaus im dritten Wiener Gemeindebezirk legt sich wie eine Vene, wie ein Fluss in die bestehende Stadtstruktur und mündet im Donaukanal. 4 Badetürme, mit verschiedenen Badetypologien und Zonen unterschiedlicher Intensität der Privatssphäre werden durch eine offene Struktur, wie eine Art Park verbunden. So können das Wasser und die Badegäste das Gebäude durchqueren.

Die Herangehensweise des Projektes hat mit intensivem Lesen begonnen. Gedankensansätze zu den Themen Wasser, Nacktheit, Kultur, Badekultur, Stadtplanung, Religion und Ritual wurden gesammelt, verknüpft und auf das übergeordnete Thema Baden umgedacht. Collagen, Animationen, Filme und Musik – bestehend aus Rhytmus und Tönen des Wassers – bieten einen künstlerischen Zugang zu der Thematik. Die Formulierten und Erfahrenen Gedanken und Ideen formen den Architekturentwurf. Physische Modelle, Zeichnungen und Animationen repräsentieren eine Idee wie sich Architektur – in der Form eines Bades – in eine bestehende Stadtstruktur einfügen kann. Wie sich rigide Grenzen auflösen müssen um einen porösen Übergang zwischen privat, öffentlich, innen und außen zu schaffen.

This project is an exploration of a world in flow, of corporealities and community. It is an exploration of bathing culture. It starts with the observation of a recession of public bathing since warm water and comfortable bathing facilities at home are common.

I argue that this recession incorporates a loss of cultural, social and physical practices that are worth being revived. The project involves a study of the following multiscaled realms:

BODY / WATER / CITY

I approached these topics through readings, writing, drawings, film, physical models, animations and an architectural proposal that explores a way of regarding architecture as a research tool.

Thinking about how a building could integrate into a preexisting context and which role it can play in the creation of community, of culture.

I would like to invite you to dive into my project.

In a 26 minute long video, I open up my bathing archive.

You will see me navigating through it as I recorded my 2-dimensional screen as space.

To show things next to each other as I believe they should be read in relation to each other.

Abb. / Ill.: © Clara Fickl

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