Theoriearbeiten des Instituts für das künstlerische Lehramt.

 

Elias Berner

Werkanalyse von Figuren im Figurentheater und ihre Bedeutung im Rahmen des Kunstunterrichts

Die Diplomarbeit behandelt die Frage, wie Figuren aus dem Figurentheater einer Analyse zugeführt werden können und welches Potential dies im Bildungsprozess besitzt.

Einführend werden unterschiedliche Aspekte des Figurentheaters thematisiert.

Anhand kunstwissenschaftlicher und intersektionaler Ansätze wird nach geeigneten methodischen Elementen gesucht und im Anschluss ein Modell erstellt und exemplarisch angewendet, welches versucht die Figur sowohl als Objekt, als auch im Kontext des Stücks hinsichtlich ihrer Charakteristika und Repräsentationen von sozial konstruierten Differenzen zu untersuchen. Abschließend wird das Potential solcher Analysen im Kunstunterricht, in der Verbindung von ästhetischer Reflexion und Dekonstruktion von Repräsentationen, aufgezeigt.

This thesis addresses the question of how puppets in the puppet theater may be analyzed and which potential such analysis might have in the education process. As an introduction, different aspects of puppetry are described. On the basis of the art historical and intersectional approaches, this thesis searches for methodological elements and creates a model in which the puppet – as an object, and regarding the context of the play – is investigated concerning the representations of socially constructed differences. This specific model is then illustrated through case studies. In the conclusion, the potential of the analyses of puppets in art education – by means of aesthetic reflection and the deconstruction of representations – is demonstrated.

 

 

Manuel Bousek

Licht-Schatten-Performance.

Reflexion eines Kunst Projekts in der Schule

Die Arbeit von Manuel Bousek befasst sich mit einem künstlerischen Workshop, den der Autor in einer Schule mit 16-jährigen Jugendlichen durchgeführt hat. Kreiert wurde eine multimediale Licht-Kunst Performance. Es wurde der Frage nachgegangen, wie solch ein Vorhaben geplant, umgesetzt und wiederholt werden könnte und somit ist eine tiefgründige Reflexion entstanden. Besonders interessant stellte sich das Wechselspiel heraus zwischen den Rollen, die der Autor im Laufe des Projekts eingenommen hatte: Die Rolle des Lehrers, des Kunstvermittlers und die des Künstlers. Der ständige Perspektivenwechsel in Kombination mit Reflexion hat viele Erkenntnisse hervorgebracht. Eine lesenswerte Arbeit für junge Künstler*innen und Kunstvermittler*innen die auf der Suche nach Ihrem eigenen Stil sind.

The diploma thesis of Manuel Bousek deals with an artistic workshop that the author realized in a school with 16-year-old pupils. Together they created a multimedia light art performance. The main goal was to find out how such a project is planned and realized and how it could be repeated. The outcome was a thorough reflection. Particularly interesting were the processual changes performed by the author who switched between his role as teacher, art mediator and artist. This permanent change of perspective combined with reflection proved to be very procreative. This thesis is especially interesting for young artists or art mediators and it encourages them to find their own proper style.

Abb. / Ill.: © Manuel Bousek

 

 

 

Reinhold Florian Branz

Im Zentrum der vorliegenden Diplomarbeit steht der Donaukanal, ein Ort in Wien. Geprägt durch historische Eingriffe, wurde er ein Element städtischer Infrastruktur und zentrales Erholungsgebiet. Dieses Schreiben erzählt von jungen Schwarzen Menschen, für die der Donaukanal ein kriminalisierter Arbeitsort geworden ist. Diese künstlerische lokale Auseinandersetzung adressiert Kunst als soziale Praxis. Kunst als Kunstvermittlung zeigt, welche Spuren von Machtverhältnissen sich beim Begehen des Kanals mit Dritten dekonstruieren lassen. Teilnehmende Langzeitbeobachtungen und persönliches Kennenlernen führten zu der hier vorliegenden Arbeit. Persönliche Wahrnehmungen sind die Basis meiner Reflexionen, die sich an der von Gayatri Spivak gestellten Frage: >Can the subaltern speak?< orientieren. An raum_soziologische Positionen geknüpft, kann so dievorherrschende Raum_Ordnung und Raum_Organisation hinterfragt werden. Weitere Themen der Diplomarbeit klagen Gewaltlogiken an und hinterfragen, wie diskriminierende Gewalt fortlaufend reproduziert wird. Schlussendlich wird Postmigrantische_Forschung weitergedacht und Migrations_Erfahrungen gesellschaftlich neu narrativiert, um so mit alten Sichtbarkeitsdispositive brechen zu können.

This thesis focuses on the urban part of the Danube Canal in Vienna. The canal has been subject to change and interventions throughout time and turns out to be a central element of urban infrastructure and area for recreation at the present day. This work gives insights into the lives of young Black people that experience the Danube Canal as their workplace that has become a criminalised workplace at some point. It shows how art manifests itself as social practice, while also depicting art as a form of communication that allows us to deconstruct traces of empowerment when walking along the canal. Long-term observation as well as a personal approach to getting to know this place have resulted in the Danube Channel to be the main subject of this paper. Based on personal perceptions and Gayatri Spivak’s question of whether the subaltern can speak, prevailing concepts of spatial_order and spatial_organisation embedded in spatial sociological understandings are discussed and put into question. Adding to this, the paper elaborates on concepts of violence and how discriminatory treatment can be an ongoing process that is evermore being reproduced. Finally, postmigrant_research is rethought while new social narratives of migrational_experience are told in order to break with an obsolete dispositif of visibility.

 

Abb. / Ill.: © Reinhold Florian Branz

 

 

Nicola Jakob-Feiks

Nachhaltige Kunstpraxen  

Die Diplomarbeit Nachhaltige Kunstpraxen gibt einen Überblick über Positionen und Arbeitspraxen von KünstlerInnen der letzten 60 Jahre, die sich kritisch mit dem Thema Umwelt, Klima, Ökosysteme und Nachhaltigkeit befasst haben. Diese Kunstpraxen werden mit dem Diskurs der Nachhaltigkeit, anhand einer Synopsis von interdisziplinären Texten, in Beziehung gesetzt. Die beschriebenen künstlerischen Positionen stellen innovative Kunstpraxen dar und demonstrieren proaktive Alternativen zum neoliberalen kapitalistischen Kunstmarkt, welcher kritisch beleuchtet und hinterfragt wird. Statt einer traditionellen Conclusio resultiert die Arbeit in einem anwendbaren Vorschlag eines Kriterienkatalogs für nachhaltige Kunstpraxen, dieser soll als praktisch anwendbarer Anstoß für eine kritische Reflexion und Auseinandersetzung, zur Integration von Nachhaltigkeit in die Kunstwelt, für KünstlerInnen und Kunstvermittelnde, dienen.

This thesis gives an overview of sustainable art practices from 1960 until 2020. The accumulation of artworks throughout the period of time discussed here visualizes a synopsis of innovative sustainable art practices and locates alternative proactive possibilities in an art market dominated by capitalism. Furthermore, this thesis questions our neoliberal capitalist society and proposes a more holistic view, especially in the art world. The thesis provides both art educators and artists with background information about the broader discourse of sustainability and its genealogy. It is designed to supply a practical tool for facilitating discussions about climate change and environmental pollution, and for critically interrogating the role of art itself in this context. The thesis culminates in a proposal for a guideline for sustainable contemporary art practice in the times of climate change and it offers artists and art educators a multitude of possibilities to rethink and adapt their practice.

Abb. / Ill.: © Nicola Jakob-Feiks

 

 

Theresa Jantschko

Die nordamerikanische Kunstpädagogin Betty Edwards hat als vielleicht einflussreichste Kunsterzieherin unserer Zeit mit ihrer Methode Drawing from the Right Side of the Brain (DRSB) eine Übungsanleitung geschaffen, die in Aussicht stellt, auf direktem Wege das realistische, abbildende Zeichnen zu lehren bzw. zu lernen. Darüber hinaus soll dadurch, so Edwards‘ Versprechen auch eine Stärkung der rechten Gehirnhälfte ermöglicht werden, wodurch Kreativität und kognitive Fähigkeiten im Allgemeinen stark gefördert würden. Die davon ausgehende Forschungsfrage lautet: Welche Möglichkeiten werden durch die Methode Drawing from the Right Side of the Brain (DRSB) nach Betty Edwards für das weitverbreitete Ideal des realistischen Zeichnens in der kunstpädagogischen Praxis der Schule eröffnet und wo stößt die Methode an ihre Grenzen? Durch literaturbasiertes Arbeiten zu den Themen Geschichte und Bewertung des realistischen Zeichnens und der Entwicklung der zeichnerischen Ausdrucksfähigkeit von Kindern wird zuerst geklärt, wie es zu einer Idealisierung des abbildenden Zeichnens kommen kann. Es wird weiter danach gefragt, ob Edwards‘ Thesen wissenschaftlich haltbar sind. Dazu wird Literatur zur Aufgabenteilung innerhalb des menschlichen Gehirns, zu Kreativität und der Auswirkung von ästhetischer Bildung auf den Menschen ausgewertet. Es wird der Schluss gezogen, dass unabhängig davon, wie dies genau geschieht, Edwards Methode für das Ideal des realistischen Zeichnens ein Potential darstellen kann, das innerhalb der Schule nutzbar wäre. Die Forschungslage lässt vermuten, dass eine Schulung durch Edwards Methode auch eine Steigerung der kognitiven Aufmerksamkeit und der Fähigkeit zum ganzheitlichen Denken leisten kann. Als mögliche Grenzen innerhalb des schulischen Unterrichts werden der große zeitliche und arbeitstechnische Aufwand von Edwards Methode ausgewiesen.

 

 

Helene König

Kubb – Ein Gemeinschaftsprojekt für den Werkunterricht mit Potential zur positiven Einflussnahme auf gruppendynamische Prozesse 

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Spiel Kubb und dessen Einsatz als Gemeinschaftsprojekt für den Werkunterricht mit Potential zur positiven Einflussnahme auf gruppendynamische Prozesse. Soziales Lernen durch Gruppenarbeit, gruppendynamische Prozesse an sich und das Spielen mitsamt seiner Bedeutung und seines Potentials werden beleuchtet. Ein geschichtlicher Überblick über Kubb wird gegeben und die Relevanz von Kubb als Projekt in der Schule wird erläutert. Die Dokumentation meines Arbeitsprozesses in der Holzwerkstatt der Akademie der bildenden Künste Wien soll einen Überblick geben über Maschinen, Werkzeuge und Eigenschaften von Holz. Im folgenden Kapitel wird das Herstellen und Spielen des Werkprojekts Kubb als ein von mir ausgearbeitetes und erprobtes fachdidaktisches Konzept für den Unterricht vorgestellt. Im Anhang beigelegte Arbeitsblätter stehen Lehrer*innen zur Verfügung, um im Unterricht im Zuge der Umsetzung des Projektes Kubb eingesetzt zu werden. Eine abschließende Dokumentation und Reflexion des Arbeitsprozesses mit den Schüler*innen soll Aufschluss geben über meine Erfahrungen und Beobachtungen während der Umsetzung des Konzeptes.

Abb. / Ill.: © Helene König

 

 

Teresa Kurzbauer

Eine Sagt
Künstlerinnen im Gespräch. Eine filmische Arbeit über feministische Praxen und 
 alternative Wissensproduktion

In dieser Diplomarbeit werden die transformativen Möglichkeiten des filmisch dokumentierten Künstlerinnengesprächs künstlerisch, theoretisch-diskursiv und werkanalytisch untersucht. Der Fokus wird auf dialogische Herangehensweisen, alternativer Wissensproduktion und die feministische Analyse von Produktionsbedingungen in der zeitgenössischen Kunst in der heutigen von Neoliberalismus und Postfordismus geprägten Gesellschaft gelegt. Mittels analytischer Reflexion des Filmprojekts Eine Sagt von Teresa Julia Kurzbauer wird insbesondere die prekäre Situation und die Frage nach Ressourcen von zeitgenössischen in Österreich lebenden Künstlerinnen thematisiert und vermittelt. Die zentrale Frage dieser Diplomarbeit lautet: Wie kann ein filmischer dialogischer Prozess, als Form von alternativer Wissensproduktion, zu kollektivem, politischen Handeln ermächtigen?

This thesis examines the transformative possibilities of the feminist cinematic artist portrait through theoretical reflection, artistic practice, and the analysis of specific artworks. The focus is on dialogical approaches, alternative knowledge production and feminist analysis of the conditions of production in the field of contemporary art in today’s society influenced by neoliberalism and post-Fordism. The precarious situation and resource problems of contemporary female artists living in Austria are the subject matter of the film project Eine Sagt (One Says) by Teresa Julia Kurzbauer, discussed and addressed in this thesis. The central research question of this thesis is: How can a cinematic dialogic process, as a form of alternative knowledge production, facilitate collective political action?

 

 

Michaela Lechner

MITEINANDER – Wege der Gewaltprävention in der Kunsterziehung

Die Diplomarbeit MITEINANDER – Wege der Gewaltprävention in der Kunsterziehung beschäftigt sich mit der didaktisch-methodischen Umsetzung von künstlerischen Themen des Miteinanders im Kunstunterricht unter Berücksichtigung moderner Kommunikationsformen Jugendlicher, deren Lebenswelten zunehmend multikultureller und multiethnischer werden. Ein Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit ist, inwieweit künstlerisches Arbeiten positiv das soziale und ethische Verhalten von Jugendlichen beeinflusst und indirekt zur Gewaltprävention beitragen kann. Neben den Themen wie „Kollaboratives Handeln im Kunstunterricht“, geht es auch um die Auseinandersetzung mit den Begriffen Gewalt, Gewaltprävention, Friedenserziehung und den Einfluss des Faktors Migration auf Kunst und Kunstpädagogik. Ergänzend werden Unterrichtsbeispiele vorgestellt.

The thesis MITEINANDER – Wege der Gewaltprävention in der Kunsterziehung (TOGETHER – Ways of preventing violence in art education) addresses the didactic and methodical implementation of artistic themes of togetherness from art lessons, taking modern forms of communication among young people into account. Their life worlds increasingly become more multicultural and multi-ethnic. The focus of this thesis is to explore how artistic work might influence the social and ethical behavior of young people positively and its indirect contribution to violence prevention. Besides topics such as “Collaborative Action in Art class” this thesis also discusses terms such as violence, violence prevention, peace education and the influence of the migration factor on art and art education. In addition, teaching examples are presented.

 

 

Stanislaus Medan

Eine Lehrperson betritt ein Klassenzimmer. Soweit gewöhnlich, schließt sie die Tür und wendet sich in Richtung des Lehrtischs. Doch mitten am Weg, zwischen Tür und Tisch, bleibt sie stehen und streicht mit dem Fuß über den Klassenboden, und als ob das nicht genug wäre, bückt sie sich und fühlt mit der Hand nach. So, vor vielen verwunderten Augen den Boden streichelnd, entschließt sie sich, sich ganz auf den Boden zu legen.

Abb. / Ill.: © Stanislaus Medan

 

 

Martina Mina

Blickbeziehungen und Blickregime Feministisches Fotografieren am Beispiel von Claude Cahuns „Selbstportrait, um 1927“ und Martina Minas Foto „Keiner pisst in mein Revier“ (2021) mit Verweisen auf den Film „Im Wiener Prater“ (2013) von Friedl Kubelka vom Gröller. Die Diplomarbeit untersucht Blickbeziehungen, Blickregime und Betrachtungssysteme aus einer queer-feministischen Perspektive.

 

Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit einer fotografischen Vorlage von Claude Cahun, einer Filmszene von Friedl Kubelka vom Gröller sowie einer eigenen künstlerischen Arbeit der Verfasserin. Bei der Analyse nimmt der Verfasserin auf Parallelen zu den Bildbeispielen von Claude Cahun und Friedl Kubelka vom Gröller Bezug. Alle drei Werke verhandeln, wie Körper und Geschlecht durch Medien wahrgenommen und vermittelt wurden und werden. Welche Methoden und Strategien wenden die Künstlerinnen an, um sich außerhalb des patriarchalem Blickregimes zu positionieren?

 

 

Laura Molnar

Mode und Modeblogger*innen in Zeiten von Corona

Ziel ist es, am Ende dieser Diplomarbeit Erkenntnisse darüber zu gewinnen, inwiefern sich das physische Ausbleiben von Fashion Shows während der Corona Pandemie auf die kreative Arbeit der Designer*innen und die Kommunikation von Modeblogger*innen und Influencer*innen über Mode auf ihren Instagram Kanälen ausgewirkt hat. Welche neuen Wege sie einschlagen und welche Veränderungen zu bemerken sind. Interessant ist hierbei auch wie sie auf die neuen virtuellen und phygital Konzepte der Designer*innen reagiert haben und wie sie die Berichterstattung über die gezeigte Mode im Gegensatz zu früher durchführen. Zugleich soll in der Arbeit auch thematisiert werden, ob sich aus den heutigen virtuellen Konzepten Parallelen erkennen lassen zur früheren Präsentationsformen von Mode und ob der rein digitale Charakter der Fashion Shows eine Auswirkung auf die Wahrnehmung der Modeblogger*innen auf die gezeigte Mode hat.

 

 

Christina Nagy

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der der geschichtlichen Entwicklung von digitaler Kunst angefangen bei den 1920er bis zu den späten 1990er Jahren. Dabei wird ein Einblick gegeben, in dem KünstlerInnen vorgestellt werden, die die Anfänge der digitalen Kunstpraxis sowohl durch ihre angewandten Medien als auch fortschrittlichen Einsichten geprägt haben. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei zeitlich in der digitalen Revolution der 1980er Jahre. Neuerungen in der Entwicklung der Technologie in diesen Bereichen und dieser Zeit sind, wie im Laufe dieser Arbeit hervorgehoben wird, ausschlaggebende Motivatoren in der Entwicklung und Ausführung von digitaler Kunst. Ausgehend davon wird ein Bezug zur digitalen Kunstvermittlung und dem digitalen Edutainment als vermittlerisches Werkzeug aufgebaut welches die Vielseitigkeit und Flexibilität der Anwendung von digitaler Kunst veranschaulicht.

 

Abb. / Ill.: © Christina Nagy

 

 

Franz Neubauer

Schneiderhandwerk und Herrenanzug – Aspekte eines traditionellen Handwerks und die Entstehung des Sakkoanzugs im 19. Jahrhundert

Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Geschichte und Kultur des Schneidehandwerks und des Herrenanzugs. Die Tatsache, dass in der Gegenwart der Herrenanzug, der in der zweiten Hälfte der 19. Jahrhunderts entsteht, immer noch als ernstzunehmende Kleidung für den berufstätigen bürgerlichen Mann gilt, bildet die Basis meiner Forschungsfrage. Der Fokus der Arbeit liegt auf der Verbindung des Schneiderhandwerks mit der Entstehung des Sakkoanzugs. Die Arbeit gliedert sich in drei Abschnitte, die Geschichte des Handwerksund der Herstellungstechnik von Kleidung, die Kostümgeschichte des Sakkoanzugs und Wien um 1900 als Zentrum der Herrenmode. Die Form, die gute Passform und die hochwertige Verarbeitung des traditionellen Maßanzugs bleiben weiterhin das Vorbild, die Referenz und der Qualitätsmaßstab für den industriell gefertigten Herrenanzug.

 

 

Lea Ruppert

Diese Abschlussarbeit für das Diplomstudium im UF Bildnerische Erziehung hat das Ziel zu überprüfen, wie mittels drei spezifischer Feedbackmethoden aus den bildenden und darstellenden Künsten Schüler_innen Reflexionsmöglichkeit für ihre eigenen bildnerischen Arbeiten eröffnet werden und diese Methoden als Ergänzung der Beurteilung mit Noten im Kunstunterricht eingeführt werden können. Diese Feedback-Methoden sind zum einen ‚Critical Response Process‘ nach Liz Lerman (2003), weiters ‚Learning from Feedback‘ von Karim Benammar (o. J.) und drittens ‚Crits – A Student Manual‘ von Terry Barrett (2019). Diese Methoden werden in der Arbeit gesichtet und im Unterricht im Zuge einer Versuchsreihe im Unterricht erprobt. Dabei zeigt sich wie die Methoden für diese Zwecke einsetzbar sind, sowie ihre Grenzen.

 

Abb. / Ill.: © Lea Ruppert

 

 


Theresa Sohl

Frust. Die ewige Wiederkehr des Scheiterns. Oder: Wie sich die Apparatur der Umwelt entgegensetzt.

Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit einer von mir entwickelten motorisierten Skulptur, die den Titel Frust trägt. Die Skulptur arbeitet sich an dem Thema des immerwährenden Scheiterns ab, bricht mit der scheinbar stupiden Anforderung zu funktionieren und scheitert absichtlich an ihrer Aufgabe. Die Skulptur Frust changiert dabei zwischen einem spielerischen, fast ironischen Moment des Scheiterns bis hin zu einem verzweifelten Verweilen, da die Zielreaktion immerwährend eine Interferenz erleidet. Durch das konstante Zelebrieren des ewig Sinnlosen wird die Frage nach Effizienz aufgeworfen und in einem kritischen Diskurs, die Leistungsgesellschaft betreffend, verhandelt. Die Diplomarbeit widmet sich dem Versuch einer Annäherung an den Begriff des Scheiterns und durch die Analyse verschiedener Künstler_innenpositionen wird der eigenen Arbeit eine schärfere Kontur gegeben.

Angaben zur Skulptur:
Maße: 40 x 40 x 133 cm,
Spiegel, Holz, verchromtes Kupferrohr, Alurohr, Glasmurmel, Nylonschnur, Motor

Abb. / Ill.: © Theresa_Sohl

 

Anna Vida

Feministische Lehrpersonen und feministisches Agieren in Schule / Feminist schoolteachers and feminist practice in school

Die Masterarbeit Feministische Lehrpersonen und feministisches Agieren in Schule untersucht in einer qualitativen Interviewstudie Gestaltungspraxen und Handlungsstrategien feministischer Lehrpersonen entlang der Kategorien „Umgang mit Diskriminierung“, „Repräsentation“, „Reflexion“, „Thematisierung“ und „Neutralisierungsstrategien“. Ausgehend von der Forschungsfrage „Von welchen Gestaltungspraxen erzählen feministische Lehrpersonen?“ werden die Narrationen acht feministischer Lehrpersonen, welche an Wiener Schulen in der Sekundarstufe unterrichten, theorieorientiert beschrieben sowie vergleichend und kontrastierend analysiert. Dabei werden auch die Prozesse des Feministisch(er)werdens und Feministische-Lehrperson-Werdens ebenso wie die jeweils zugrundeliegenden Feminismus-Verständnisse diskutiert.

This Master’s thesis explores practices and strategies of action of feminist schoolteachers in a qualitative interview study along the categories “handling discrimination”, “representation”, “reflection”, “thematization” and “strategies aiming at neutralization”. Starting from the research question “Which practices do feminist schoolteachers narrate about?” a theory-oriented description as well as a comparing and contrasting analysis of eight narrations of school teachers, teaching at Viennese secondary schools, are executed. Furthermore, the processes of becoming (more) feminist and becoming a feminist teacher as well as the respective underlying understandings of feminism are discussed.

Anna Vida wurde mit ihrer Masterarbeit für den Johanna-Dohnal-Förderpreis ausgewählt. / Anna Vida received the Johanna-Dohnal-Förderpreis award with her Master’s thesis.

Abb. / Ill.: © Anna Vida

 

 

Stephanie Waitz

You are who you wear – Eine Untersuchung zum Verhältnis der Steampunk-Larp-Szene in Österreich und Deutschland zu ihren Charaktervorbildern aus der US-amerikanischen Steampunk-Subkultur im zeitlichen Rahmen der Veranstaltung der EuroSteamCon Vienna 2015

Diese Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, die Steampunk-Ästhetik im Bereich des Live-Rollenspiels in Deutschland und Österreich zu untersuchen. Ausgangspunkt für diese wissenschaftliche Arbeit ist ein Artikel der amerikanischen Steampunk-Künstlerin und Autorin Libby Bulloff. In dem Artikel Steam Gear – a fashionable approach to a lifestyle unterscheidet Bulloff vier Grundtypen der US-amerikanischen Steampunk-Szene und deren Modestile; diese beschreibt sie in Form einer Typologie. Ausgehend von diesen von Bulloff verorteten vier Archetypen der US-amerikanischen Subkultur Steampunk hat sich diese Arbeit zum Ziel gesetzt, zu erforschen, ob diese vier Typen auch in der Live-Rollenspiel-Szene im deutschsprachigen Raum in Österreich und Deutschland verortbar sind oder ob sich hier andere Charaktertypen als im US-amerikanischen Szenebereich ausgebildet haben. Um diese Fragen beantworten zu können, wurde von mir ein eigener Steampunk-Charakter/eine `Steamsona´ erschaffen, in deren Rolle ich dann anschließend im Rahmen der Veranstaltungsreihe der European Steampunk Convention in Wien 2015 teilhabende Feldforschung nach Hauser-Schäublin (2008) betrieben habe. Ergänzend zu Bulloffs Kategorisierung wird ein Vorschlag für eine neue Typisierung formuliert, um den verkörperten Spielcharakteren in dem für Österreich typischen Spielgenre K+K gerecht werden zu können.

Abb. / Ill.: © Stephanie Waitz

 

 

Rosa Wiesauer

Fischauge – Gendersensible Analyse einer queeren* Figur im japanischen Anime Sailor Moon / Fisheye – gender-sensitive analysis of a queer character in the Japanese anime Sailor Moon

Rosa Wiesauers Diplomarbeit beforscht die fiktive Figur Fischauge der vierten Staffel der Anime-Serie Sailor Moon. Fischauge ist Antagonist*in und tritt in der Serie meist in weiblich-kodierten Styling auf und wird jedoch von Kameraden mit männlichen Pronomen angesprochen. Fischauges uneindeutige Geschlechtsidentität und Körperlichkeit, die in Fan-Communitys Fragen aufwirft, wird mittels methodisch mittels der Figurenanalyse nach Jens Eder und der Feminist Standpoint Theory (Harding) und durch situiertes Wissen (Haraway) beforscht. Künstlerisch setzt sich Rosa Wiesauer mittels der Installation We were able to become humans in the very end mit der Unterschiedlichkeit der Synchronisation von Fischauge in der deutschen, englischen und original-japanischen Version von Sailor Moon auseinander.

This thesis analyses the fictional character Fisheye, who appears in the fourth season of the Japanese anime Sailor Moon. Fisheye is an antagonist who mostly appears in feminine attire, but is referred to with male pronouns by their companions. Their ambiguous gender identity and corporeality, discussed widely in fan communities, is researched methodologically in the piece through character analysis (Eder), situated knowledge (Haraway) and Feminist Standpoint Theory (Harding). Artistically, Wiesauer explores the differences in the dubbing of the character in the German, English and Japanese versions of Sailor Moon in her installation We were able to become humans in the very end.

Abb. / Ill.: © gangart

 

 

Martin Wimmer

Drei Jahrzehnte nach Jack Smiths Tod produziert die kritische Untersuchung seiner eklektischen künstlerischen Praxis und gegenwärtigen Relevanz weiterhin Diskurs. Diese Diplomarbeit setzt Smiths Prozess der kontinuierlichen Neuerfindung seiner Ausdrucksweise und nonkonformistische Synthese von Kunst und Leben in Relation zum Verlauf der Avantgardebewegungen. Smiths Rolle im Underground Film und der queeren Subkultur führt zur Entwicklung seiner „exotischen Trash“-Ästhetik, die sich aus einer umfassenden Neubewertung von ausrangierten Gebrauchswaren, künstlicher Hollywood-Orientalia und Maria Montez’ schauspielerischen Manierismen ableitet. Die Praxis des „sozialistischen Drag“ bezieht sich auf Smiths Aufhebung von Geschlechternormen und zeitliche Grenzüberspannung in seiner performativen Kritik kapitalistischer Unterdrückung und institutioneller Komplizenschaft. Smiths „queere Dystopie“ zeigt sich in seiner methodischen Adoption des sukzessiven Scheiterns. Die Eingliederung seines Werks in den Kunstmarkt stellt eine weitere Herausforderung für laufende Versuche dar, die Ausbeutungen von Smith erklärbar zu machen.

Three decades after Jack Smith’s death, the critical examination of his richly eclectic artistic practice and legacy continues to generate discourse. This thesis relates Smith’s process of continual self-reinvention and nonconformist synthesis of art and life to the trajectory of avant-garde movements. Smith’s involvement in underground film and queer subcultures leads to his “exotic trash” aesthetic, derived from a comprehensive re-evaluation of outdated commodities, Hollywood’s fabricated orientalia and the mannerisms of Maria Montez. The practice of “socialist drag” concerns Smith’s confusion of gender norms and excessive temporal prolongation in his performative criticism of capitalist oppression and the complicity of institutions. Smith’s “queer dystopia” is exemplified by his methodical adoption of disgust and successive failure. The eventual commodification of his work presents a further challenge to current attempts at making Smith’s exploitations explicable.

Abb. / Ill.: © Martin Wimmer